Jahreszeit und Zykluswissen - Winter
- Sue Reber

- 5. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Im Dezember findet die Wintersonnwende statt. Der Zauber, der dann in der Natur spürbar ist, kann zu einer richtig feierlichen Stimmung führen (ja ganz ohne Lametta und Glühwein). In der längsten Nacht wird das Licht neu geboren. Für mich ist dieses kostmische Ereignis immer wieder ein ganz besonderer Moment. Still und leise beginnt jetzt ein neues Sonnenjahr. Ohne Lärm, ohne Feuerwerk… Noch nicht mal sichtbar – aber gut spürbar. Wenn wir dem Fühlen denn Raum geben. Dann erkennen wir im Herzen, unser eigenes Licht und erfahren, was neu entfacht werden will. Lausche der Stille, schöpfe Hoffnung, finde Frieden. Im Januar ist es klirrend kalt. Gewässer sind zugefroren und der Frost zaubert Eiskristalle. Die Natur weiss, dass sie ihre Energie nach innen zu richten hat. Nüsse, Samen und Wurzeln liegen wohlbehütet unter der Schneedecke oder tief in der Erde. Die Knospen und Zwiebeln sind zu. Erkennst du die Botschaft darin? Der Januar lehrt uns Ruhig und ohne Hast zu sein. Es geht nicht darum jetzt voller Eifer neuen Pläne zu schmieden und Ziele anzupacken. Gehe das neue Jahr also langsam an. Schaffe jetzt dein Fundament, richte dich innerlich aus. Nähre deine Wurzeln, gehe in Beziehung mit dir selbst - durch Meditation oder auf einem sanften Spaziergang in der Natur. Entdecke deine Innenwelt. Gib deiner Vision Zeit und Raum sich in dir zu festigen. Spürst du es? Im Februar findet die Zeit der Stille ihren Abschluss. Nicht von heute auf morgen – die Übergänge in der Natur sind fliessend. Die aufstrebende Energie in der Natur gewinnt an Kraft. Das Licht wird stärker, Winterstarres taut auf. Und so langsam beginnen nun die Säfte in den Pflanzen wieder zu fliessen. Ein Weckruf, der zum Aufbruch führt. Zum individuell richtigen Zeitpunkt brechen nun Schalen auf. Vertrauen, Mut, Kraft und Geduld zeigen sich in der Natur. Und erstes junges Grün wird sichtbar. Wildkräuter und Sprossen regen denn auch die Säfte in uns an. Die Natur wirkt jetzt erneuernd, reinigend auf uns. Zeit für eine Kur oder den Frühjahrsputz. Nicht radikal, sondern intuitiv und sanft. Der Februar gehört noch zum Winter und begleitet uns sachte zur Öffnung.

Im weiblichen Zyklus entspricht der Winter der Phase der Menstruation. Jahrtausendelang galt sie als bedrohlich und unrein. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Eizellen entdeckt und dokumentiert, warum Frauen ohne offene Wunde bluten. Zum Glück leben wir heute in aufgeklärteren Zeiten - vielerorts konnten Tabus gebrochen und Wissen vermittelt werden.
Kurz bevor die Blutung eintritt flaut die Energie ab. Das kann mit der Dezember-Entergie verglichen werden. Wir werden langsamer, feinfühliger, ziehen gerne Bilanz. Während der Menstruationsphase sind die Hormone Serotonin, Endorphine, Östrogen und Progesteron am Tiefpunkt. Jetzt ist Zeit für Ruhe, Rückzug, loslassen, reflektierend. Wir haben einen direkten Draht zur Intuition und inneren Weisheit.
Nehmen wir uns in dieser Woche bewusst Zeit für Pausen, Schlaf, Journaling, Spaziergänge, Yoga und Meditation stärkt das die Gesundheit auf allen Ebenen.
Wie der Winter hat die Menstruationszeit (inklusive zwei Tagen vor und nach der Blutung) in der Gesellschaft zu unrecht einen eher schlechten Ruf. In dieser Zeit steckt nämlich die Magie des Neuen.
In der winterlichen Ruhe bereitet sich die Natur auf den neuen Lebenszyklus vor. Die Monatsblutung der Frau ist ein Jungbrunnen für den Körper. Alte Zellen werden ausgeschieden und neues Blut wird gebildet. Es geht um Regeneration. In Ruhe werden neue Ideen empfangen und Absichten für das neue Jahr / den neuen Monat gesetzt. Erkenne den Wert und ehre den Winter - in dir und in der Natur um dich herum. Es ist die Zeit der Weisheit.



Kommentare